Der Wert von Prognosen – oder: Onkel Thomsens Märchenstunde

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he2lmuth
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Re: Der Wert von Prognosen – oder: Onkel Thomsens Märchenstu

Beitrag von he2lmuth » 17. Mai 2015 11:40

Joachim hat geschrieben:
he2lmuth hat geschrieben:[…]
Die PV Besitzer streichen die von mir gezahlten SONDER Abgaben ein das sollte nicht vergessen werden.
[…]
Und die 100 Milliarden € Gewinn, die RWE, Eon und EnBW zwischen 2002 und 2010 eingestrichen haben, wurden von wem gezahlt? Sollte ebenfalls nicht vergessen werden!
Daten: „Kampf um Strom“ von Prof. Dr. Claudia Kemfert vom DIW Berlin, S. 79.
Selbstverständlich werter Joachim... Frau Kemfert bewundere ich seit 10-15 Jahren :)
L.G. Hellmuth

Es ist keinesfalls ausreichend lediglich keine Überlegungen anstellen zu können, man muss auch unfähig sein diese mitzuteilen.

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Newchurch
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Re: Der Wert von Prognosen – oder: Onkel Thomsens Märchenstu

Beitrag von Newchurch » 17. Mai 2015 12:32

Die PV Besitzer streichen die von mir gezahlten SONDER Abgaben ein das sollte nicht vergessen werden.
Kein Neid!! Nur zurechtrücken der Realität.
Völlig daneben - die PV-Besitzer zahlen diese Abgaben ebenso, sie sind lediglich so schlau und holen sie sich zurück ;)

Wenn dich diese Tatsache stört hättest du ja vor einigen Jahren ebenfalls einen mittleren fünfstelligen Betrag in eine PV-Anlage investieren oder dich bei fehlendem passenden Dach an einer Anlage beteiligen können.

Gruß Peter
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hardy
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Re: Der Wert von Prognosen – oder: Onkel Thomsens Märchenstu

Beitrag von hardy » 17. Mai 2015 15:57

Für unseren Ampi lohnt sich auch heute noch eine PV-Anlage anzuschaffen ;)

Aaamperaaa
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Re: Der Wert von Prognosen – oder: Onkel Thomsens Märchenstu

Beitrag von Aaamperaaa » 17. Mai 2015 16:02

Obwohl ich auch EEG Umlage für meine PV Anlage bekomme zähle ich mich nicht zu den EEG Fans. Damals zu Rot/Grün Zeiten war das 100.000 Dächer Programm wirklich gut. Aber das ist lange her und 100.000 Dächer haben wir auch schon lange.

Heute benötigen wir mehr Transparenz auf der Stromrechnung. Warum soll ich 30 Cent pro kwh bezahlen wenn der Strom gleichzeitig an der Strombörse verschenkt wird. Wir Verbraucher sollten den Strompreis der aktuell an an der Strombörse (plus Netzwerkzuschlag) bezahlt wird berechnet bekommen. Dann kann ich günstig mein E-Auto laden wenn der Zeitpunkt günstig ist. Dann lohnt sich ein PV Speicher damit ich mein E-Auto nicht mit teurem Strom laden muss wenn der Zeitpunkt ungünstig ist.

Die Einspeisevergütung sollte sich auch nach dem aktuellen Preis der Stromboerse richten. Dann lohnt sich ein PV Speicher doppelt. Warum soll ich Strom zum falschen Zeitpunkt einspeisen wenn es nur wenig Ertrag bringt.

Aber die Energiewirtschaft ist nicht interessiert an mehr Transparenz auf der Stromrechnung. Sie sind auch nicht interessiert an PV Speichern. Genau die würden dann aber kommen.

Joachim
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Re: Der Wert von Prognosen – oder: Onkel Thomsens Märchenstu

Beitrag von Joachim » 17. Mai 2015 17:53

Aaamperaaa hat geschrieben:[…] Heute benötigen wir mehr Transparenz auf der Stromrechnung. […]
Aber das EEG ist ja genau der Schritt zu mehr Transparenz, weil auf der Stromrechnung der Betrag aufgeführt ist.

Was bisher aus dem Bundeshaushalt (Steuergelder) in Form von Subventionen in die Energiewirtschaft geflossen ist, weiß kein Mensch. Von der Regierung gibt es keine Zahlen. Studien rechnen mit über 400 Milliarden € in den letzten 40 - 50 Jahren.

Aaamperaaa
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Re: Der Wert von Prognosen – oder: Onkel Thomsens Märchenstu

Beitrag von Aaamperaaa » 17. Mai 2015 18:07

Wenn heute schon dreimal mehr EEG kassiert als an die Anlagenbetreiber bezahlt wird kann man wohl kaum von Transparenz sprechen.

Warum soll ich 30 Cent bezahlen wenn mein Lieferant den Strom umsonst bekommt ? Hätten wir variable Strompreise würde sich die Abnahmemenge auch am Angebot (=Preis) orientieren. Alles wäre einfacher und gerechter. So aber schütten sich die Konzerne den Hals voll und die Verbraucher zahlen wie immer die Zeche.

Das ist eine Art von Planwirtschaft. Beispiel: Angenommen wir haben irgendwann mal einen Strommix mit 70% regenerativer Energie. Unglücklicherweise ist es ein trüber Novembertag mit Windstille. PV-Ertrag und Wind-Ertrag fehlen. Die produzierende Industrie und die Haushalte beziehen eine unverändert hohe Strommenge. Die Energieversorger müssen aussergewöhnliche Maßnahmen ergreifen um Netzstabilität herzustellen. Würde in dieser Situation der Strom 90 Cent kosten (Angebot und Nachfrage regelt den Preis) dann würde sich der eine oder andere überlegen, ob die Waschmaschine gerade jetzt laufen muss oder ob es auch nachts (wenn die Industrie pausiert) reichen würde.

Wir machen uns mit der Planwirtschaft das Leben selber schwer und teuer. Denn diesen immer größer werdenden Aufwand der Netzstabilität zahlen auch wieder nur die Verbraucher.

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he2lmuth
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Re: Der Wert von Prognosen – oder: Onkel Thomsens Märchenstu

Beitrag von he2lmuth » 18. Mai 2015 08:05

Selbstverständlich zahlen ALLES die Verbraucher und die Steuerzahler :evil: auch die Einspeisevergütung.
Warum wird Bremens Strassenbahn und hunderte anderer Unternehmen von der Umlage befreit? :evil:
Diese Anzahl sollte zurückgeführt werden, das Gegenteil ist passiert
Eine Sonne-Windflaute hatten wir im Januar vor 3 oder 4 Jahren bei Kältegraden... 3 Wochen lang, dies gilt es zu überbrücken, nicht ein paar Stunden. :lol:
Wenn bei einer nachts laufenden Waschmaschine ein Schlauch platzt hat man ein Prob mit der Versicherung.
Die Konzerne schütten sich den Hals voll weil das die Anleger so erwarten und weil der Atomrückbau teurer wird als erwartet ;)
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Re: Der Wert von Prognosen – oder: Onkel Thomsens Märchenstu

Beitrag von Simplicissimus » 18. Mai 2015 08:37

he2lmuth hat geschrieben:Warum wird Bremens Strassenbahn und hunderte anderer Unternehmen von der Umlage befreit? :evil:
Diese Anzahl sollte zurückgeführt werden, das Gegenteil ist passiert
Der Grund ist eigentlich ganz einfach: Der Großteil der Politiker im Bundestag sind Hartgeldnutten der Industrie. Genau so wie ein Staubsaugervertreter Staubsauger verkauft, so verkauft ein Volksvertreter eben das Volk! Es ist doch völlig offensichtlich, warum Golfplätze und vergleichbare Unternehmen die EEG-Umlage nicht zahlen müssen: Ein Scheich aus dem mittleren Osten wird den europäischen Golfclub sicher danach auswählen, wo er den geringsten Mitgliedsbeitrag zahlt. Deshalb wird er sicher viel lieber nach Kleinquetschenmombach in den Golfclub gehen, als irgendwo in die Umgebung von Paris oder Monaco! ;)

Der Golfclub steht also im internationalen Wettbewerb. Ich als Einpersonenunternehmen im Bereich Präsentationsgestaltung stehe durchaus im Wettbewerb mit Unternehmen in Indien und Neuseeland. Aber ich bekomme die EEG-Befreiung nicht ... hab ja auch keinen Lobbyisten in Berlin! :lol:

Bis dann,
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he2lmuth
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Re: Der Wert von Prognosen – oder: Onkel Thomsens Märchenstu

Beitrag von he2lmuth » 18. Mai 2015 08:47

Du bist ja noch radikaler und destruktiver als ich ;) :lol:
Aber grundsätzlich hast Du recht :!:

All das macht die Akzeptanz für das EEG und die staatlichen Förderungen für die Stromerzeugung unmöglich.
Wer nicht eben mal 30-50000 € für eine PV Anlage übrig hat, im Mietshaus mit 4 Etagen wohnt etc darf nur zahlen: Einspeisevergütung jetzt 12 Cent, im Jahr 2000 bis zu 50 Cent/kwh.
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Re: Der Wert von Prognosen – oder: Onkel Thomsens Märchenstu

Beitrag von Simplicissimus » 18. Mai 2015 23:43

Wen man sich die gesellschaftliche Gegenwart anguckt, ist Radikalität eine mögliche logische Konsequenz! :o

Die Förderung erneuerbarer Energien ist ja durchaus sinnvoll. Aber die Art wie es gemacht wird, rückt die "Bananenrepublik Deutschland" wieder in den Betrachtungsmittelpunkt. Erneuerbare Energien interessieren mich auch. Allerdings tendiere ich zu einem Mikro-KWK mit Stirlingmotor und Pyrolyse als Wärmequelle (hab viel Kleinholz im Garten aus dem ich gerne Biokohle machen würde) ... 8-)

In diesem Zusammenhang finde ich dann auch die Wandbatterie von Tesla wieder interessant. Abgesehen davon möchte ich möglichst viel selbst bauen - nicht weil ich es müsste, sondern weil ich diesem Staat die 19 % Mehrwertsteuer nicht gönne (solange ich sie auf legalem Weg umgehen kann). 8-)

Bis dann,
Thorsten
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