Ladekarten

... allgemeine Themen rund um das elektrische Fahren, Energieversorgungsideen usw.

Ladekarten

Beitragvon Sierra Lima » 14. Sep 2015 18:28

Moin,
mein lokaler Ladesäulenbetreiber hat mich heute angeschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie nutzen seit einiger Zeit unsere enerctiy-Ladekarten, die ausschließlich an unseren enercity-Ladestationen in Hannover, Langenhagen und Laatzen gültig sind.

Seit einiger Zeit gibt es bundesweit gültige Ladekarten / tätige Fahrstromanbieter, mit deren Ladekarten stehen bis zu 13.000 Ladestationen europaweit zur Verfügung.

Zu diesen Ladekarten/Fahrstromanbietern zählen derzeit u.a. die Unternehmen:

ladenetz.de / smartlab
PlugSurfing
TheNewMotion


Wir möchten unsere enercity-Ladestationen gerne bei einem derartigen bundesweiten Fahrstromanbieter integrieren und somit den Kundennutzen deutlich erhöhen.
Eine Ladekarte für rund 2.000 Ladestationen im Bundesgebiet und rund 13.000 Stationen europaweit.

Sollten Sie derzeit schon eine der vorgenannten Ladekarten nutzen, würden wir uns über eine Rückmeldung Ihre gemachten Erfahrungen sehr freuen.

Hierzu können Sie mich auch gerne telefonisch kontaktieren. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!


Ich nutze keine von denen. Hat hier jemand Erfahrungen gemacht die hielfreich sein könnten?
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Re: Ladekarten

Beitragvon Markus Dippold » 14. Sep 2015 18:57

Habe die Mail auch bekommen.
Ich habe alle drei Zugangsmöglichkeiten und habe dem Mitarbeiter eine entsprechende Mail geschrieben.
Sehr geehrter Herr XXXXXX,

vielen Dank für die Mail, bei der ich sehr gut finde, daß Sie die Nutzer überhaupt fragen.
Andere Anbieter stellen einfach auf ein Bezahlmodell um, was in einigen Fällen auch völlig am Bedarf der E-Fahrer vorbeigeht. Da liegt der Fokus zu häufig auf die eigenen Kunden am Ort. Die Durchreisenden oder Leute, die dort Urlaub machen, werden völlig vergessen (4 Wochen vorher um die Ladekarte kümmern, dann für ein Jahr Grundgebühr bezahlen und am Ende die Ladekarte auch wieder auf eigene Kosten zurückschicken müssen, weil eine Deaktivierung wohl nicht ausreichend ist).


Zu den drei Unternehmen:
Wenn ich unterwegs bin, dann nutze ich, wenn möglich, immer meine Ladenetz-Karte.
Nr. 2 in der Rangliste ist TNM.
Danach, als Nr. 3, kommt Plugsurfing.


Ladenetz hat bislang immer absolut problemlos funktioniert.
Mehr gibt es dazu einfach nicht zu sagen.
Der Franke sagt: Bassd scho'.



Die TNM-RFID-Karte ist insgesamt zuverlässig, soweit ich das mit meinen wenigen Einsätzen beurteilen kann.
Die TNM-App, um deren Ladestationen zu finden, finde ich nicht ganz so gut, da sie zum einen für meine Begriffe zu widerwillig funktioniert (lange Ladezeiten für die serverseitig gehaltenen Einstellungen, bricht auch gerne mal ab). Desweiteren benötigt man zwingend eine zuverlässige mobile Internetverbindung, wenn man unterwegs ist. Das ist nicht unbedingt gegeben. Sobald man kein LTE mehr hat, wird es mit der App sehr zäh.
Unübersichtlich finde ich die Preisstruktur., wie sich das bei den Roaming-Anbietern verhält. Ich habe noch keine einzige Ladung mit TNM gehabt, wo die Preisangabe korrekt in der App angegeben war. Das war für mich jetzt aber nicht weiter tragisch, da es bis auf einen Fall so war, daß die Ladung komplett kostenlos war (im Gegensatz zur Preis-Info in der App).


Plugsurfing habe ich bislang nur zu Testzwecken benutzt, ob es überhaupt funktioniert.
Ich habe die App und auch den Schlüsselanhänger.
Die App stürzt gerne ab, es wurde zwischenzeitlich viel nachgebessert. Bezüglich der Internetverbindung gilt hier das gleiche wie bei TNM.
Die Preisstruktur finde ich hier noch viel unübersichtlicher als bei TNM.


Sowohl für TNM als auch für Plugsurfing habe ich mir mal eine Excel-Tabelle erstellt, um herauszubekommen, was mich eine Ladung kosten würde.
Da geht ein (alles optional):
- Startgebühr
- Dauer der Belegung der Ladesäule
- geladene kWh, auch mit unterschiedlichen Preisen pro kWh
- Zeit der Ladung (also die Zeit, in der Strom geladen wird, nicht zu verwechseln mit der Dauer der Belegung der Ladesäule; manche Anbieter berechnen beides)
- Ladeleistung (in meinem Fall aktuell immer 3.7kW oder Chademo mit max. 20kW; es gibt zum Teil weitere Unterscheidungen nach 11kW, 22kW und auch 43kW, dazu noch CCS)

Wie auch immer, je nach Roaming-Anbieter kommen da ganz unterschiedliche Ladekosten zusammen. Im Grunde ist es so, daß ich in vielen Fällen vorher nicht weiß, wieviel ich für den Ladevorgang bezahlen muß. Da kommt dann mit der nur geringen möglichen Ladeleistung von 3.7kW schon mal ein kWh-Preis von 1.50 Euro und mehr heraus. D.h. 100km Strecke kosten mich mindestens 20 Euro (im Idealfall, wenn ich sehr sehr sachte fahre).

Daher ist Ladenetz mein großer Favorit. Pauschale Abrechnung und fertig.

Gegen eine kWh-genaue Abrechnung habe ich auch nichts, wenn die kWh einen fairen Preis hat. Ich habe auch einen RWE-Roaming-Vertrag bei den BEW (ohne Grundgebühr), dort kostet die kWh 35 Cent, was für die gelegentliche Nutzung für mich ok ist.
Was ich überhaupt nicht mache, sind Verträge mit Grundgebühren abzuschließen, mit denen dann aber z.B. nur einige wenige Ladesäulen genutzt werden können. Die ovag stellt zur Zeit auf ein solches Modell um, ich werde Ende des Jahres meine Ladekarte zurückgegeben.



Ein Wort zu meiner "Kompetenz".
Ich fahre so 2-3 Mal jährlich mehrere Hundert Kilometer, in einem Fall auch mal 1500km, durch die Lande und klappere Ladesäulen ab.
Ich prüfe die in den Verzeichnissen angegeben Daten, ob das stimmt. Ich teste die Zugangsmöglichkeiten ab, mit welcher Ladekarte, App, Telefonanruf etc. ich dort Strom bekomme.
Ich habe derzeit rund 20 verschiedene Verträge (nur solche ohne Grundgebühr) über Zugangsmöglichkeiten.
Da ich oft nicht weiß, ob die angefahrenen Ladestationen wirklich existieren und so funktionieren wie angegeben, benutze ich hierzu meinen Opel Ampera, der bekanntlich einen RangeExtender als Backup hat. Trotzdem habe ich den Ehrgeiz, die Strecke nur mit Strom zurückzulegen, was bei der max. 3.7kW Ladeleistung auch Wartezeiten mit sich bringt. Es kommt jedenfalls schon mal vor, daß der Strom schon vor dem nächsten Etappenziel am Ende ist, weil sich der vorherige Ladestopp als ein Reinfall entpuppt hat.

Gruß
Markus
Bild- Opel Ampera ePionier, lithiumweiß, Modelljahr 2012
Besitz und Datenerfassung seit 13.12.2012
92987km elektrisch, 15.78kWh/100km ab Akku
15224km RE-Betrieb, 5.82l/100km
LDV 1.0l, persönlicher LDV 0.85l

Stand 31.10.2017

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Re: Ladekarten

Beitragvon Nachbars Lumpi » 15. Sep 2015 11:16

Eine für alle Säulen mit kWh genauer Abrechnung ohne Grundgebühr. Alles andere ist sich bereichern.

Stellt euch mal vor ihr hättet früher für jede Tankstellenkette eine Karte samt Grundgebühr gehabt um dort tanken zu können. Und dann noch Tankstellenroaming mit intransparentem Preismodell.

So wie das heute bei den Ladesäulen ist, ist das Murks. Wie gesagt eine Karte oder Münzeinwurf mit Geldrückgabe auf ganze kWh oder EC Karte.

Wenn es soweit ist lege ich mir auch eine zu. Nach über einem halben Jahr habe ich keinerlei Karten, Schlüsselanhänger oder Apps und das bleibt auch so.
Ich denke mit dem Ampera muss man sich nicht ausnehmen lassen. Nach 7000 km bei 1.9l pro 100 km wovon ich seit 900 km Daheim laden kann (mit 0.7l/100 km) sehe ich keinen Sinn darin mich Peiniger zu lassen.
Modell 2012: CU117XX

Ein Stromanschluss in der TG sollte auf Basis WEG § 21,Abs. 5,Nr. 6 und WEG § 14,Abs. 2. einfach durchsetzbar sein.
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Re: Ladekarten

Beitragvon hardy » 15. Sep 2015 12:00

Die Mail habe ich auch erhalten. The NewMotion- Karte besitze ich schon und benutze sie in Heiligenhafen - klappt sehr gut. In Heiligenhafen ist die Ladesäule aber -nicht- kostenfrei.
Das kostenfreie Laden in Hannover wird sich wohl dann auch voraussichtlich ändern.
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