Probefahrt mit dem Ampera-E

... allgemeine Themen rund um das elektrische Fahren, Energieversorgungsideen usw.

Probefahrt mit dem Ampera-E

Beitragvon Akku_Gleiter » 9. Sep 2017 10:48

Ich wurde diese Woche angerufen für eine Probefahrt mit dem Ampera-e. Dieser wurde mir 2 Stunden überlassen.

Die Rekuperation auf 0 km/h ist erstaunlich. Finde ich gut.

Die Reichweite ist super, die Lademöglichkeit zu Hause unterirdisch. Es ist nicht möglich den Wagen über Nacht mit günstigerem Nachtstrom voll zu laden. (CH nur 3.6kw einphasig erlaubt das reicht für 50%)
Wer will schon an einer Ladestation mit dem 3-7 fachen Strompreis laden und noch viel Zeit verlieren.
(Da ist jeder Verbrenner günstiger zu bewegen)

Die Leistung ist so gut, dass das Fahrzeug nahezu unfahrbar wird. Bei voller Beschleunigung fängt der Wagen an zu schlingern, da die Vorgerräder komplett überfordert sind und die Schlupfregelung andauernd regelt. Zusammen mit der extrem feinen und gefühllosen Lenkung, kann man den Wagen nicht mal auf gerader Strecke ruhig halten. (Die Angst vor dem Tesla Model 3 war wohl sehr gross)
Als Firmenwagen ist mir ein solches Verhalten zu gefährlich. Man sollte die Leistung reduzieren können.
Ein ungeübter Fahrer könnte da einen Unfall bauen.

Die Kofferraumabdeckung ist nur noch peinlich, da war wohl das Geld aus.
Eine gerade Ladefläche bei heruntergeklappten Sitzen wäre schön gewesen.

Das grosse Display macht einen guten Eindruck und wurde komplett falsch plaziert.
Wenn ich das Lenkrad halte, verdecke ich mit der Hand ein Drittel des Displays.

Garantie. Eigentlich sollten man kein Fahrzeug mehr kaufen, dass nicht mindestens 4 Jahre Garantie bietet.
Andere Hersteller biete 4,5 oder 7 Jahre Garantie auf das ganze Fahrzeug. Die deutschen Hersteller wissen wohl, dass ihre Fahrzeuge dafür zu unzuverlässig sind. 2 Jahre sind eigentlich eine Beleidigung!

Serviceplan. Es war mir nicht möglich einen Serviceplan ausfindig zu machen. Ein Fahrzeug, dass nicht mindestens 30'000km zwischen den Service zurücklegen kann, sollte man meiden. Zudem dürfte dieser kaum was kosten, da es nur ein Check und eventuell Bremsflüssigkeitswechsel braucht. Will der Hersteller da den Garagen zu viel "Subventionen" zuschanzen?

Preis. Eigentlich zu hoch und 0 Rabatte. Warten bis das Modell 3 kommt und die Preise sind 30% tiefer.
Leider hat es Nissan verpasst, eine grosse Batterie im neuen Modell zu verbauen und ist nun kein Konkurrent.

Navi. Da ist man einfach nur noch sprachlos. Ein modernes Auto ohne Navi oder Nachrüstmöglichkeit.
Das Handy mit USB Kabel als Navi .. die haben einen Vogel! (Ein Geschenk an Tesla?)
Im E-Fahrzeug erwarte ich ein Navi mit genauer Reichweitenanzeige und Ladestationskarte.
Zudem ist der GPS Empfang im Auto mit beschichteter Frontscheibe stark reduziert.

Den Rest des Fahrzeugs finde ich gut.

Wenn das Fahrzeug einen 11kw Wechselstrom Lader, ein Navi und mindestens 4 Jahre Garantie hätte ..
Meine Modell 3 Bestellung würde storniert und der Amprera-e wäre trotz des zu hohen Preises gekauft.

Zudem hätte Chevrolet bei Tesla betteln gehen sollen, damit man den Ampera-E an den Superchargern kostenpflichtig laden darf. Obwohl ich als Teslabesitzer daran keine Freude hätte. So bleibt es für mich ein Zweitfahrzeug.
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Re: Probefahrt mit dem Ampera-E

Beitragvon alex391 » 9. Sep 2017 11:09

Danke für den Bericht, so wissen wir was für ein gutes Auto wir bereits fahren ;)
besser wird immer gehen da müsste man Jährlich sein Fahrzeug wechseln :mrgreen:
Gruß Alex
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Re: Probefahrt mit dem Ampera-E

Beitragvon he2lmuth » 9. Sep 2017 11:52

Ein Glück dass alle diese Nachteile der Ampera nicht hat... auch dank des REX :P
Mein LDV jetzt nach den Langstrecken : 2,5
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Es ist keinesfalls ausreichend lediglich keine Überlegungen anstellen zu können, man muss auch unfähig sein diese mitzuteilen.
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Re: Probefahrt mit dem Ampera-E

Beitragvon Michel-2014 » 9. Sep 2017 15:38

Die Abdeckung ist weniger wegen des Geldes so gewählt sonder wegen Gewicht und Funktion.
Da würde eher an anderer Stelle (viel Hartplastik) gespart.
Vorteil der Kofferraum "Abdeckungen" ist das sie nicht starr ist. So spannt sie sich über den Inhalt. Ist beim Ampera 1 oder auch der Corvette aus dem Hause GM genauso (letztere ist nicht gerade billig ;- )
Die Leistung dosiert man bekanntlich mit dem rechten Pedal ;-)
Aber gut ganz unrecht hast Du nicht (bin ihn auch schon gefahren) die Räder sollten bei voller Leistung schon gerade stehen :-)
Leistung ist bei eAutos billig und macht Spaß also warum nicht. Ob man diese nutzt liegt an einem selbst. Mit einer Funktion diese zu begrenzen hätte man aber alle zufrieden gestellt und das hätte nichts gekostet da nur Software ...
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Re: Probefahrt mit dem Ampera-E

Beitragvon SuLa » 9. Sep 2017 16:09

Akku_Gleiter hat geschrieben:Die Leistung ist so gut, dass das Fahrzeug nahezu unfahrbar wird. Bei voller Beschleunigung fängt der Wagen an zu schlingern, da die Vorgerräder komplett überfordert sind und die Schlupfregelung andauernd regelt. Zusammen mit der extrem feinen und gefühllosen Lenkung, kann man den Wagen nicht mal auf gerader Strecke ruhig halten.


Das kann ich zu 100% bestätigen.

Meine Frage an den damals noch Opelaner, Dr. Ralf Hannappel,
warum man dem Ampera-e nicht einen Heckantrieb spendiert hatte
wurde eher unbefriedigend beantwortet:

"Opel baut nur Fronttriebler."

Als ich den BMW i3 als Beispiel brachte, welcher Dank Heckantrieb
tatsächlich in der Lage ist seine Kraft auf den Boden zu bringen, kam die Antwort:

"Als ich zuletzt mit einem Hecktriebler unterwegs war,
hätte es mich beinahe aus der Kurve geschmissen."


Nun dürfen wir davon ausgehen, dass Dr. Hannappel eher im Grenzbereich unterwegs ist
als der Durchschnittsfahrer, aber mit ESP-Unterstützung bleiben aus meiner Sicht
auch Hecktriebler immer gut fahrbar.

Mein Fazit: Der Ampera-e kann seine Kraft eigentlich nie vollständig auf Straße bringen.

Einen Vorteil hat der Frontantrieb:
Bei der Reku sind die Vorderräder besser geeignet als die Hinterachse,
weil beim Verzögern dorthin die meiste Last verteilt wird.
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Re: Probefahrt mit dem Ampera-E

Beitragvon mainhattan » 9. Sep 2017 17:35

Michel-2014 hat geschrieben: das hätte nichts gekostet da nur Software ...


Quatsch :!:

Wenn Du Dir einmal einen Softwareentwicklungsprozess E2E betrachtest, also mit allem mit Demand über SW-Engineering, Test/Abnahme, Deployment etc. kostet, wenn auch imateriell die SW sehr viel!
Gruß
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Re: Probefahrt mit dem Ampera-E

Beitragvon Michel-2014 » 9. Sep 2017 21:25

Ich wollte die Arbeit von Programmierern nicht unter den Teppich gehren. Gemeint war das einen Umsetzung die keine Hardware benötigt günstig ist.
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Re: Probefahrt mit dem Ampera-E

Beitragvon mainhattan » 10. Sep 2017 07:26

Michel-2014 hat geschrieben:Ich wollte die Arbeit von Programmierern nicht unter den Teppich gehren. Gemeint war das einen Umsetzung die keine Hardware benötigt günstig ist.



günstiger vielleicht, da kannst Du recht haben.

Aber "kostet nichts" stimmt halt nicht.
Gruß
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Re: Probefahrt mit dem Ampera-E

Beitragvon Joachim » 10. Sep 2017 09:43

SuLa hat geschrieben:[…]
Meine Frage an den damals noch Opelaner, Dr. Ralf Hannappel,
warum man dem Ampera-e nicht einen Heckantrieb spendiert hatte
wurde eher unbefriedigend beantwortet:

"Opel baut nur Fronttriebler."
[…]


Die richtige Antwort hätte gelautet: „Der Ampera-E hat Frontantrieb, weil der Bolt Frontantrieb hat.“ ;)
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