Ladesäule mit eigener Versorgung....

Alles zur Stromversorgung des Ampera/Volt - Solarstrom, Windstrom, Strom aus eigener Herstellung

Ladesäule mit eigener Versorgung....

Beitragvon Das Sams » 31. Mär 2018 09:04

Ich habe vor kurzem in Wunstorf auf dem Parkplatz des Marktkauf getankt. Interessant war das die Ladesäule über ein eigenes Solarpanel und ein Vertikalwindrad verfügt. Mich würde interessieren ob man so was als Standalone Lösung mit Agm Akkus realisieren kann.
Das Sams
111 kW - voll elektrisch
 
Beiträge: 197
Registriert: 1. Sep 2016 06:32
Wohnort: Hannover

Re: Ladesäule mit eigener Versorgung....

Beitragvon Martin » 31. Mär 2018 11:05

Wieviel AGM Akkus willst du verbauen? Noch dazu das Bleiakkus so gar nicht gerne entladen werden und empfindliche einbußen bei Kälte haben.
Aber um die Frage zu beantworten, ja es geht (technisch). In der praktischen Umsetzung eher mit viel wenn und aber.
Bild Nicht mal fliegen ist schöner.
Benutzeravatar
Martin
500 kW - overdrive
 
Beiträge: 1439
Registriert: 8. Aug 2011 20:56
Wohnort: Halle / Saale

Re: Ladesäule mit eigener Versorgung....

Beitragvon Das Sams » 31. Mär 2018 23:24

Ja das es technisch möglich ist ist klar.

Daten wären ca. für eine Ladung 10A ca. 6h Ladezeit (2300W/h):

10 x 120h Agm = 1200ah ca. 2500€
Wechselrichter 3000Watt ca. 500€
Ladestrom für die Anlage 100a also ca: 2000watt Windrad ca. 1000€
und 300watt Solar ca. 500€

zusammen ca. 4500€ plus Box und Halterung

Da wäre genug Puffer und das ganze auf einer Fläche von 1m x 1m maximal 3m hoch

Der Kasten unten müsste größer werden und die Batterien aufnehmen.
Werbung kann weg.
Das blaue ist das Vertikal Windrad ...die Solarzellen sind oben drauf.

Bild
Das Sams
111 kW - voll elektrisch
 
Beiträge: 197
Registriert: 1. Sep 2016 06:32
Wohnort: Hannover

Re: Ladesäule mit eigener Versorgung....

Beitragvon Martin » 1. Apr 2018 12:37

Deine Theoretisch Rechnung ist in Ordnung, jedoch fehlen zwei wesentliche Faktoren
1. Enladestrom aus den Batterien
2. Temperatur

Bei 3kW und 12V Blockspannung und einer Parallelschaltung um auf deine 12000Ah zu kommen sind das mal eben 250A bzw. 25A/Block und das über 6h! Macht keine AGM, da ist bei 120Ah / Block nach max. 4h Ebbe bei optimalen 25°C.
Fall zwei, du schaltest alle in Reihe um auf 120V zu kommen, macht dann 120Ah bei 120V.
Entladestrom 25A gesamt und auch pro Block, merkste was? ;)
Und nach den 4h hast du die Batterien wirklich runtergesaugt, das mögen Bleibatterien nicht wirklich.

Damit das auf Dauer, bei Temperaturschwankungen und Alterung noch funktionieren soll, brauchst du min. das Doppelte an Kapazität besser 3-fach

Rechenbeispiel mit 20*120Ah Blöcken:
Dann kommst du mit 20 Blöcken in Reihe auf 240V Nennspannung und somit auf 12,5A Entladestrom.
Ein Blick in die Entladekurve einer 120Ah AGM sagt dir dann, das die Batterie dann nach ca. 7-8h schon erschöpft ist.
Also auch kaum Reserven für Alterung und Temperaturschwankungen.

Okay die Batterien müssen nur Puffern.... und nur im Ernstfall den ganzen Strom liefern...
Jedoch kann man mal den "Wurstkäse" (worst case) Fall annehmen.
Bild Nicht mal fliegen ist schöner.
Benutzeravatar
Martin
500 kW - overdrive
 
Beiträge: 1439
Registriert: 8. Aug 2011 20:56
Wohnort: Halle / Saale

Re: Ladesäule mit eigener Versorgung....

Beitragvon he2lmuth » 2. Apr 2018 07:31

Kann ich nachvollziehen Martin.
L.G. Hellmuth

Es ist keinesfalls ausreichend lediglich keine Überlegungen anstellen zu können, man muss auch unfähig sein diese mitzuteilen.
Benutzeravatar
he2lmuth
500 kW - overdrive
 
Beiträge: 3652
Registriert: 19. Aug 2011 12:16

Re: Ladesäule mit eigener Versorgung....

Beitragvon Das Sams » 2. Apr 2018 08:36

Soweit schon richtig was du schreibst, nur gehe ich von einer Ladestrombegrenzung von minimum 10 Ampere, wenn nicht sogar 6 Ampere aus.
Die Ladezeit wäre bei 6 Ampere 10 Stunden also theoretisch über Nacht voll.
Wenn ich von 10 Ampere ausgehe wäre er innerhalb von 6 Stunden voll, im allgemeinen also während einer regulären Arbeitsschicht.
Ich könnte mir vorstellen dass man die Batteriekapazität auch 2000 Amperestunden hochzieht, aber letztendlich glaube ich schon dass genug Puffer drin ist.
Das Sams
111 kW - voll elektrisch
 
Beiträge: 197
Registriert: 1. Sep 2016 06:32
Wohnort: Hannover

Re: Ladesäule mit eigener Versorgung....

Beitragvon Martin » 2. Apr 2018 16:18

Nicht den strom auf de AC seite rechnen. Kalkulier mal ein paar Verluste für den Wechselrichter mit ein.
Wenn du mit 6A laden möchtest wird das für die Batterien schon Entspannung bringen.Trotzdem finde ich (Aufwand+Kosten)/Nutzen in einem schlechten Verhältnis.
Wenn du geld übrig hast und du das als Hobby umsetzten möchtest, bin ich der letzte der dir das madig machen will. Aber wenigstens gewarnt haben das es evtl. nicht so wird wie es vor deinem geistigen Auge ausschaut.
Bild Nicht mal fliegen ist schöner.
Benutzeravatar
Martin
500 kW - overdrive
 
Beiträge: 1439
Registriert: 8. Aug 2011 20:56
Wohnort: Halle / Saale

Re: Ladesäule mit eigener Versorgung....

Beitragvon Hanseat » 2. Apr 2018 22:11

Es gab in Helmstedt ja mal einen Versuch mit einer quasi-autarken Ladesäule.
Soweit ich weiß gab es aber durchaus einen Netzanschluss.

Ist aber ohnehin Vergangenheit, wie ich gerade gesehen habe.
Wurde zu häufig genutzt. :shock:

Hier gibt's was in den Medien dazu:
Eröffnung
Ende
Chevrolet Volt 2012
Nissan Leaf Tekna 2013
Hanseat
2,2 kW - wird noch geladen
 
Beiträge: 14
Registriert: 15. Dez 2017 09:35
Wohnort: Ahlerstedt


Zurück zu Stromversorgung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste