Wer hat Angst vorm Antriebsstrang?

Re: Wer hat Angst vorm Antriebsstrang?

Beitragvon BECKER-SYSTEMS » 17. Jan 2018 16:11

slv rider hat geschrieben:die bedingungen für das entstehen eines lichtbogens sind bei abgeschaltetem fahrzeug nicht gegeben.
und wenn die karre kopfüber im graben liegt und tatsächlich leistung durch den msd geht muss diese leistung auch irgentwo hin und dort brazzelt es dann noch ganz anders.


Vorrausgesetzt die Technik funktioniert.
Beste Grüße

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Re: Wer hat Angst vorm Antriebsstrang?

Beitragvon STdesign » 17. Jan 2018 19:24

Die Lösung ist recht simpel:

  • Wie weiter vorne schon geschrieben, passiert bei einem einfachen Iso-Fehler (also eine HV-Leitung hat Kontakt zur Masse) im IT-System nichts. Da kann kein Fehlerstrom fließen. Also kein Lichtbogen beim ziehen vom MSD.
  • Beim Doppelfehler (beide HV-Leitungen haben Kontakt zur Masse oder direkt zueinander) hat man einen harten Kurzschluss. Dann fliegen die Sicherungen. Also auch keine Lichtbogengefahr beim MSD.
  • Dann gibts da noch den Iso-Wächter mit hinterlegten Fehlerreaktionen, usw.

Das Restrisiko, dass ein anderer Fall eintritt (mir fällt keiner mit elektrischer Gefährdung ein) ist so gering, dass die Wahrscheinlichkeit der erfolgreichen Ersthilfe deutlich überwiegt. Die 1000V Handschuhe schützen beim Lichtbogen eh nicht, weil da die Hitze das Problem ist.
Beste Grüße, STdesign
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Re: Wer hat Angst vorm Antriebsstrang?

Beitragvon BECKER-SYSTEMS » 17. Jan 2018 19:55

Und was ist wenn die Relais kleben?
Beste Grüße

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Re: Wer hat Angst vorm Antriebsstrang?

Beitragvon STdesign » 17. Jan 2018 21:46

Upps :roll: Was soll da sein? Dann musst du neben allen anderen unfallbeschädigten Teilen eben auch die Schützbaugruppe erneuern.

Ehrlich, mich schockiert diese Frage von einem Fachkundigen, der Ambitionen zur Elektrofachkraft hat. Laut deiner Homepage hast du sowohl die Fachhochschulreife als auch ein Studium in Elektrotechnik gemacht. Da gings doch sicherlich nicht nur um CAN, Elektronik und Diagnostik. Suche mal die Vorlesung "Grundlagen elektrischer Stromkreise" raus. Nimm dir ein Bier und durchdenke das Thema. Ich möchte nicht glauben, dass du diese Frage nicht selbst beantworten kannst.

Bis dahin gilt:
BECKER-SYSTEMS hat geschrieben:...für alle NICHT fachkundige Personen, Fachkraft oder sonstige, die mit den Gefahren des Stromes nicht vertraut oder unterwiesen wurden gilt:

"FINGER WEG VON ORANGE"

:)
Beste Grüße, STdesign
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Re: Wer hat Angst vorm Antriebsstrang?

Beitragvon BECKER-SYSTEMS » 17. Jan 2018 22:12

Das war eine Frage! ...und du gibst keine Antwort! Hobbypolitiker?
Beste Grüße

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Re: Wer hat Angst vorm Antriebsstrang?

Beitragvon BECKER-SYSTEMS » 18. Jan 2018 08:59

Die 1000V Handschuhe schützen beim Lichtbogen eh nicht


Du diskreditiertst damit die PSA (Persönliche Schutzausrüstung) :o

https://www.youtube.com/watch?v=qMowAdPXywQ

Ich denke, ich klinke mich an dieser Stelle ein bisschen aus der Diskussion aus, da ich der Auffassung bin, dass der "stille Mitleser" nun in der Lage ist sich eine eigene Meinung zu bilden :)
Bedanke mich ausdrücklich bei ALLEN für den lebhaften Austausch, der auch von provokanten Fragen (von mir und Anderen) und Äußerungen am Leben gehalten wurde und dadurch vielleicht auch interessant wurde.

Thx
Beste Grüße

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Re: Wer hat Angst vorm Antriebsstrang?

Beitragvon RoterBaron » 18. Jan 2018 15:15

STdesign hat geschrieben:...
Das Restrisiko, dass ein anderer Fall eintritt (mir fällt keiner mit elektrischer Gefährdung ein) ist so gering, dass die Wahrscheinlichkeit der erfolgreichen Ersthilfe deutlich überwiegt. Die 1000V Handschuhe schützen beim Lichtbogen eh nicht, weil da die Hitze das Problem ist.


Ich hab auch versucht etwas zu konstruieren, das hier den Lichtbogen wahrscheinlich macht, aber so recht wahrscheinlich kommt mir da nix vor. Konstruierter Fall: Wagen verunfallt und Motor dreht im Kriechmodus weiter, nur weil das eine Vorderrad im Graben frei drehen kann und das andere durch Bodenkontakt und das Differential feststeht fällt das niemandem auf. Der Akku ist also in Betrieb. Was würde dann passieren, wenn der MSD gezogen wird? Die Last am Akku ist ja gering, aber trotzdem nennenswert.
Lieben Gruß - nur Fliegen sind schöner ;-)
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41089 Km rest: 5,92 L/100Km
LDV: 1,5 - meiner: 1,38.
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Re: Wer hat Angst vorm Antriebsstrang?

Beitragvon STdesign » 18. Jan 2018 18:25

@ Becker-Systems: Ich möchte hier weder dich, noch andere, noch die PSA diskreditieren. Sorry, wenn's etwas hart formuliert war, aber ich war wirklich überrascht.

Zur PSA: Die ist dann sinnvoll, wenn sie schützt. Ansonsten behindert sie eher und erhöht damit womöglich das Risiko sogar wieder. Ist vergleichbar mit der Anweisung beim Sägen oder Bohren keine Handschuhe zu tragen.

Zu deiner Frage (ich hatte eigentlich gehofft, du schreibst deine Idee): Überlege doch mal. Ein Stromkreis, der durch eine ausgelöste Sicherung getrennt ist bzw. ein komplett abgeschaltetes System infolge einer Fehlerreaktion des Isowächters oder der Crashsensorik: Wo soll da noch ein Strom fließen, der zum Lichtbogen führt?

RoterBaron hat geschrieben:Ich hab auch versucht etwas zu konstruieren, das hier den Lichtbogen wahrscheinlich macht, aber so recht wahrscheinlich kommt mir da nix vor. Konstruierter Fall: Wagen verunfallt und Motor dreht im Kriechmodus weiter, nur weil das eine Vorderrad im Graben frei drehen kann und das andere durch Bodenkontakt und das Differential feststeht fällt das niemandem auf. Der Akku ist also in Betrieb. Was würde dann passieren, wenn der MSD gezogen wird? Die Last am Akku ist ja gering, aber trotzdem nennenswert.


Durchaus denkbares Szenario. Wie bei jedem anderen Auto löst bei einem "harten" Unfall die Crashsensorik aus (Airbag, Gurtstraffer). Damit werden sämtliche HV-Komponenten abgeschaltet und entladen (normative Vorgabe). Nicht nur via CAN auf null kommandiert, sondern hart wie beim normalen abschalten des Autos (nur ohne evtl. Nachläufe). Es kann also kein Rad mehr drehen und selbst wenn das Auto ausrollt und die E-Maschine damit Spannung induziert, kommt die max. bis zum Inverter aber nicht ins eigentliche System. Es fließt also kein Strom.
Bei einem leichten Unfall ohne Crasherkennung ist die Zerstörung nicht gegeben, sodass der MSD an sich nicht gezogen werden braucht. Und wenn es doch jemand machen möchte, dann soll man ja eh vorher das System normal über den Powerknopf abschalten (s. Rettungskarte). Wird das missachtet, so dürfte der MSD (kenne den vom Ampera nicht im Detail, habe aber noch nie was anderes gesehen) zweistufig mit voreilenden Hilfskontakten sein, die wie die Crashsensorik wirken. Sollte der "leichte" Treffer z.B. vorn rechts beim Ladegerät sein, kommt bei Bedarf wieder der Iso-Wächter ins Spiel.
Beste Grüße, STdesign
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Re: Wer hat Angst vorm Antriebsstrang?

Beitragvon STdesign » 18. Jan 2018 18:36

BECKER-SYSTEMS hat geschrieben:Das war eine Frage! ...und du gibst keine Antwort! Hobbypolitiker?


Du musst bedenken, dass ich das Forum nur soweit aufschlauen möchte, dass es zur weiteren Akzeptanz und Verbreitung der E-Mobilität führt. Dazu gehört für mich Aufklärung in Sachen (elektrische) Sicherheit, weil viele unbegründete Angst vor der unsichtbaren Gefahr "Strom" haben und die Autos auch deshalb meiden. Dazu braucht es soviel Tiefe, dass man es als Endnutzer verstehen kann. Mehr geht nicht, ich und mein Arbeitgeber verdienen immerhin Geld damit.
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Re: Wer hat Angst vorm Antriebsstrang?

Beitragvon BECKER-SYSTEMS » 18. Jan 2018 21:19

Durchaus denkbares Szenario. Wie bei jedem anderen Auto löst bei einem "harten" Unfall die Crashsensorik aus (Airbag, Gurtstraffer). Damit werden sämtliche HV-Komponenten abgeschaltet und entladen (normative Vorgabe). Nicht nur via CAN auf null kommandiert, sondern hart wie beim normalen abschalten des Autos (nur ohne evtl. Nachläufe). Es kann also kein Rad mehr drehen und selbst wenn das Auto ausrollt und die E-Maschine damit Spannung induziert, kommt die max. bis zum Inverter aber nicht ins eigentliche System. Es fließt also kein Strom.
Bei einem leichten Unfall ohne Crasherkennung ist die Zerstörung nicht gegeben, sodass der MSD an sich nicht gezogen werden braucht. Und wenn es doch jemand machen möchte, dann soll man ja eh vorher das System normal über den Powerknopf abschalten (s. Rettungskarte). Wird das missachtet, so dürfte der MSD (kenne den vom Ampera nicht im Detail, habe aber noch nie was anderes gesehen) zweistufig mit voreilenden Hilfskontakten sein, die wie die Crashsensorik wirken. Sollte der "leichte" Treffer z.B. vorn rechts beim Ladegerät sein, kommt bei Bedarf wieder der Iso-Wächter ins Spiel.


Hi,
bin da technisch voll bei Dir und sehe das genauso. Einzig und allein hatte mich nur verwundert, warum du nicht die Möglichkeit in Betracht ziehst bzw. auf meinen HInweis eingehst, dass die Schaltschütze auch mal kleben, verbrennen oder durch welch einen Grund auch immer mal in Funktion "klemmen" könnten.

..aber egal, alles Gut!

Und ja, ich habe nie bestreitet, dass die heutigen E-Fahrzeuge in Serie EIGENSICHER sind. Es wird ein hoher technischer Aufwand betrieben um dies zu erreichen. Von der Steckverbindung über Pilotleitung bin hin zu durchdachter Softwaretechnik. Von daher kann ich dein Engagement gut verstehen und nachvollziehen. Der normale Fahrzeugbesitzer benutzt die Technik genauso wie die Haushaltssteckdose. Der Techniker, Mechaniker muß schlicht und einfach ein paar Dinge beachten bzw. Bescheid wissen.

Auch ich freue mich auf die Elektromobilität und möchte lediglich die "Hobbyisten" sensibilisieren, dass die Hochspannung sich nicht , wie bei der Zündspule auf bruchteile einer Sekunde beschränkt.

Spannende Zeit, begeisternde Zeit und hoffendlich die Zukunft!
Beste Grüße

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