Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität

... alles, was zum Thema Ampera gehört, aber nicht in die anderen Foren passt
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JensH.
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Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität

Beitrag von JensH. » 10. Jan 2019 12:12

Hallo zusammen,

seit dem 04.12.2018 bin ich stolzer Eigentümer eines weißen Amperas mit der E-Pionier Ausstattung. In diesem Thread möchte ich gerne von meinen allgemeinen Erfahrungen, sowie meinem Weg zur E-Mobilität berichten.

Angefangen hat alles im Frühling 2018, zu diesem Zeitpunkt fixte mich ein guter Freund mit der Droge E-Mobilität an. Ohne was zu sagen kaufte er sich einen Ampera und trennte sich von seinem Mercedes Bus. Nach meinen skeptischen Fragen bot er mir eine Probefahrt an, nach den ersten Metern war es dann auch schon um mich geschehen. Ich spürte förmlich wie das Heroin durch meine Adern floss und meinen Körper vollends überflutete. Ich war angefixt…

Völlig begeistert startete ich damit, alles Wissen rund um die E-Mobilität aufzusaugen und mich in das Thema einzuarbeiten. Nach einigen Monaten Recherche stand dann fest, ein Elektroauto muss über kurz oder lang her. Problem: Der Markt gibt leider, außer gebrauchte Zoes und Leafs nicht viel her. Ein Neuwagen kam wegen der hohen Anschaffungskosten nicht Betracht. Zu gerne hätte ich mir direkt einen Ioniq BEV gekauft. Als Alternative blieb eigentlich nur noch ein Ampera, mir ist es auch nach wie vor sehr wichtig ein Auto zu fahren welches auch nach einem Auto aussieht. Des Weiteren finde ich das Konzept eines REEV gerade für einen „Anfänger“ in der E-Mobilität sehr interessant.

Nachdem ich dann einige Zeit ein Fahrprofil von mir erstellt hatte, stand folgendes fest:
90% der Strecke welche ich im Jahr zurücklege, sind 2 x 50km am Tag, nämlich zur Arbeit und wieder zurück – optimal. Die restlichen 10% sind irgendwelche Fahrten am Wochenende etc., nichts weltbewegendes. Außerdem ist ja der Verbrenner meiner Frau auch noch da, sollte es mal eine längere Strecke in der Urlaub oder wohin auch immer gehen. Daheim war auch schnell eine Ladepunkt an der heimischen Garage hinterm Haus gefunden, der Weg zur Arbeit war also gesichert, jetzt galt es nur noch einen Ladepunkt auf oder in der Nähe meines Arbeitsplatzes zu finden, hier kam dann der erste Dämpfer.

Meine schriftliche Anfrage an meinen Arbeitgeber an einer Firmensteckdose zu laden schmetterte ab. Vernünftige, nachvollziehbare Gründe konnte man mir nicht nennen. Trotz meiner Erklärungen zum Stromverbrauch des Amperas und warum E-Mobilität dringend gefördert werden müsse blieb man hier hart. Auch mein direkter Vorschlag ein Energiekosten-Messgerät zu nutzen, um im Nachgang einmal im Quartal vernünftig abzurechnen machten die Sache nicht besser, obwohl ein passender Schuko Stecker schnell gefunden war. Mit völligem Unverständnis der Entscheidung gegenüber machte ich mich auf die Suche nach einer alternativen Lademöglichkeit, doch leider musste ich schnell feststellen, dass innerhalb von 3km keine akzeptable Lademöglichkeit vorhanden war. Es gab/gibt zwar in 3km Entfernung eine öffentliche Ladesäule, doch leider in der Benutzung, aufgrund der langsamen Ladegeschwindigkeit vom Ampera, völlig unrentabel. Vollkommen enttäuscht gab ich die Hoffnung kurzfristig ein Elektro-Auto zu fahren also erstmal auf, las aber dennoch immer fleißig hier im Forum mit, erkundigte mich weiter und behielt den Gebrauchtwagenmarkt im Auge. Das Thema hatte zwar einen heftigen Dämpfer erhalten, war aber für mich nicht vom Tisch und ging mir auch nicht mehr aus dem Kopf.

Ende Sommer 2018 verkaufte ich dann aus Mangel an Interesse meinen zuvor 2 Jahre lang restaurierten Golf1. Meine Interessen hatten sich nach der Geburt meiner Tochter einfach total verschoben. Von dem Erlös gab es dann u. a. eine E-MTB. (Wer es bis jetzt noch nicht ausprobiert hat, sollte es schnellstmöglich tun.) Der absolute Wahnsinn, macht ultra viel Spaß und ist ein Fatburner der seines gleichen sucht. Das Thema E-Mobilität flammte auf einmal wieder richtig auf, ich musste einen weiteren Versuch starten.

Einige Wochen später dann die gute Nachricht, ein paar Häuser weiter neben dem Firmengelände sollte eine E-Ladesäule errichtet werden. Die Säule war auch schnell fertig, tauchte aber wochenlang auf keiner Ladesäulenkarte auf, ich sah auch niemals jemanden dort laden. Beste Voraussetzungen dachte ich mir, ich hätte einen festen täglichen Ladeplatz von dem offenbar niemand Notiz genommen hat.

Nachdem ich dann nochmals mit meiner Frau sprach, beobachtete ich den Gebrauchtwagenmarkt nochmals genauer, hatte dann auch hier im Forum ein entsprechendes Exemplar gefunden, mich im Nachgang dann allerdings doch für einen Ampera entschieden welche bei mobile inseriert war. Das Angebot war für mich einfach passender. Also nicht lange gezögert und das Auto gekauft. Endlich nochmal Ampera fahren, was ein tolles Gefühl. Pünktlich zu meinem Geburtstag haben wir ihn dann am 07.01.2019 zugelassen.


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Nach den ersten kleinen Hürden am Anfang, (wie zum Teufel funktioniert die Heizung/Lüftung, warum lädt der Ampera nur mit 1,5kw, verdammt ist das Auto unübersichtlich im Alltag und dem daraufhin folgendem Studium der Gebrauchsanleitung) stand dann fest, es war die richtige Entscheidung! Die erste Tour ging dann nach direkt an meinem Geburtstag mit Frau und Kind nach Köln, 65km einfache Strecke, kostenlos am Neumarkt geparkt und über die TankE App geladen und nach 4 Stunden Aufenthalt wieder ab heim, toll! Hat alles ohne Probleme funktioniert!

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Der Dämpfer allerdings kam dann allerdings einen Tag später. Ich steuerte die neu installierte Ladesäule bei mir in der Nähe des Arbeitsplatzes an, Betreiber ist eine Tankstelle, um mich über deren Funktion zu informieren. Die Säule blieb nämlich aus als ich ihr meine Maingau Karte vorhielt. Die Ernüchterung kam Postwendend, die Mitarbeiterin in der Tankstelle berichtete mir, dass die Säule zwar „fertig“ wäre, man allerdings noch auf die Freischaltung der Stadt Köln warte, welche aber für das erste Quartal diesen Jahres noch geplant ist. „Klasse“, dachte ich mir. Das wird ja interessant…

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Dienstagmorgen habe ich mir dann direkt nochmal meine Chefin geschnappt und angefragt, ob ich nicht wenigstens bis die Ladesäule in Betrieb ist, hier an der Firma laden dürfe. Seit dem her werde ich mit einer Entscheidung vertröstet. Auch meine persönlichen Anfragen bei den hier angrenzenden Firmen nach einer kurzfristigen und nicht anhaltenden Lademöglichkeit im Gebiet schmettern alle ab, wahrscheinlich aus Angst und Unwissenheit. Aufklärungsversuche meinerseits scheiterten bis jetzt. Heißt für mich im Moment: Mit Strom zur Arbeit, mit Benzin zurück. So hab ich mir das nicht vorgestellt.

Eh schon geknickt gab es heute Morgen dann direkt einen weiteren Schreck:

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Unsere Einfahrt hier am Mietshaus ist echt eng und der Ampera in meinen Augen wirklich extrem unübersichtlich. So hab ich dann mal direkt ein Stück Mauer mitgenommen. Das ist mir in den 8 Jahren unserer Mietszeit noch nicht passiert, egal mit welchem Auto…
Läuft im Moment bei mir.
Es bleibt spannend, ich werde berichten.

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Markus Dippold
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Re: Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität

Beitrag von Markus Dippold » 10. Jan 2019 14:06

JensH. hat geschrieben:
10. Jan 2019 12:12
So hab ich dann mal direkt ein Stück Mauer mitgenommen.
Würde ich nur saubermachen und selbst etwas überlackieren. Etwas Farblack (2-3 Schichten, ist fummelig) und dann harter Klarlack.
Im Web kann man so Pinselfläschchen mit der richtige Farbe kaufen (mein Kauf ist schon ein paar Jahre her, müßte suchen, wie und wo das wieder war).

Mit der Schramme ist der Ampera jetzt "safe". Da passiert die nächsten 5 Jahre nichts mehr.
Seit den Beulen an den rechten Türen (genau mittig zwischen den Türen, sozusagen) ist nichts mehr passiert bei mir.

Auch "beliebter" Schrammensammler: die Frontschürze ganz unten links und rechts. Die touchiert gerne mal hohe Bordsteine beim Ein- und Ausparken. Ich glaube, es gibt nicht viele Amperas, die da noch keine Kratzer haben :x
Bild- Opel Ampera ePionier, lithiumweiß, Modelljahr 2012
Besitz und Datenerfassung seit 13.12.2012
114512km elektrisch, 15.97kWh/100km ab Akku
17384km RE-Betrieb, 5.84l/100km
LDV 0.8l, persönlicher LDV 0.80l

Stand 28.02.2019

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Re: Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität

Beitrag von he2lmuth » 10. Jan 2019 16:58

In meiner ersten AWoche habe ich auch gleich per Schramme festgestellt dass der A 12-15 cm breiter ist als ein Mercedes W203 CKlasse von 2000.
L.G. Hellmuth

Es ist keinesfalls ausreichend lediglich keine Überlegungen anstellen zu können, man muss auch unfähig sein diese mitzuteilen.

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Re: Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität

Beitrag von ObeliX » 10. Jan 2019 17:53

ich gehöre auch dazu - noch am 1. Tag direkt nach der abholung. :oops:


gruß Obel
Ampera ePionier (10.2013 / akt. 57600km) DU147xxx geb. 27.5.2013
Lancia Lybra 2.0 (10.1999 / 163000km, jetzt stillgelegt)
302 Mustang II (1978 / 23000mi)
XV-1900 Yamaha Midnightstar (08.2008 / 24000km)
XV-1900 Roadliner (07.2008 / 13000mi)

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Re: Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität

Beitrag von JensH. » 11. Jan 2019 08:03

Na immerhin. Dann bin ich ja in bester Gesellschaft. Hab echt an mir gezweifelt :lol:

Eine Entscheidung meines Arbeitgebers zum Thema laden am Arbeitsplatz liegt übrigens immer noch nicht vor. Habe mir jetzt ein Typ2 Ladekabel für den Ampera bestellt, sobald es hier ist, werde ich vor der Arbeit eine Säule, 2km von hier entfernt anfahren und das Auto eben dort abstellen und laden. Mit dem EnbW Tarif sollte das funktionieren. In einer vorgezogenen Mittagspause hole ich es dann an die Firma. Muss ich halt 2x2km am Tag laufen, soll ja auch fit halten hab ich mir sagen lassen ;)

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Re: Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität

Beitrag von hardy » 11. Jan 2019 10:32

Ein klappbarer Cityroller für Erwachsene wär noch eine Lösung, den gibt es auch elektrisch ;)

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JensH.
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Re: Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität

Beitrag von JensH. » 11. Jan 2019 11:21

hardy hat geschrieben:
11. Jan 2019 10:32
Ein klappbarer Cityroller für Erwachsene wär noch eine Lösung, den gibt es auch elektrisch ;)
Da habe ich tatsächlich auch schon dran gedacht, aber nochmal 400 Euro ausgeben? Dafür könnte ich verdammt lange Strom tanken :)

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Re: Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität

Beitrag von he2lmuth » 11. Jan 2019 11:27

Ich musste Dienstag 1,2 km zur Haltestelle laufen mit Regensturm von vorne links. Hatte die Schnauze gestrichen voll ;)
L.G. Hellmuth

Es ist keinesfalls ausreichend lediglich keine Überlegungen anstellen zu können, man muss auch unfähig sein diese mitzuteilen.

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Re: Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität

Beitrag von Mütze404 » 11. Jan 2019 11:31

he2lmuth hat geschrieben:
11. Jan 2019 11:27
Ich musste Dienstag 1,2 km zur Haltestelle laufen mit Regensturm von vorne links. Hatte die Schnauze gestrichen voll ;)
5 km laufe ich in der Regel jeden Tag. Von welcher Seite der Sturm oder der Regen kommt interessiert meinen Hund leider nicht die Bohne :lol:
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Re: Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität

Beitrag von JensH. » 11. Jan 2019 11:37

Bewegung grundsätzlich ist bei mir auch absolut kein Thema, doch ich könnte mir was schöneres vorstellen als Montag morgens um 7 Uhr bei Wind und Wetter 2km zur Maloche zu latschen. :lol:

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