Technik des VW e-up
Verfasst: 9. Feb 2014 12:24
Hallo,
ich war kürzlich zu einem 2-stündigen Vortrag über die Technik des VW e-up. Referent war der zuständige VW-Projektleiter.
Zwei Dinge fand ich besonders bemerkenswert:
1. Steuerung der Rekuperationsstärke durch den Fahrer
Nimmt man im normalen Fahrprogramm den Fuß vom Fahrpedal, wird standardmäßig nicht rekuperiert (wie beim Ampera) sondern „gesegelt“ (also Antrieb im Leerlauf entsprechend Stellung „N“ im Ampera). Dies ist der wirkungsgrad-günstigste Modus, um die Bewegungsenergie abzubauen.
Möchte man statt Segeln rekuperieren, tippt man den Fahrhebel kurz nach links. Möchte man noch stärker rekuperieren, tippt man den Fahrhebel erneut nach links.
Zusätzlich gibt es noch die Stellung „maximale Rekuperation“, für die man den Fahrhebel nach hinten zieht. Dies soll dann dem „One Pedal“-Konzept des BMW i3 entsprechen, wodurch man zum Bremsen das Bremspedal praktisch nicht mehr braucht.
2. Hochvolt-Batterie
Man kann 90% der Kapazität der HV-Batterie direkt nutzen (Ampera ca. 64%). Der Ingenieur bezeichnete das als "konservative Auslegung", um die Batterie zu schonen. Angesichts der Ampera -Auslegung finde ich das erstaunlich.
Die Hochvolt-Batterie kommt im Gegensatz zum Ampera ohne Thermomanagement aus. Für die Batterie gibt es weder Heizung noch Kühlung. Der zulässige Bereich für die Batterie-Temperatur beträgt -30 °C bis + 55 °C.
Durch spezielle Lithiumzellen soll auch die -30 °C kalte Batterie noch ausreichend Leistung abgeben. Zu Anfang noch etwas träge, soll sich die kalte Batterie durch den dann hohen Innenwiderstand schnell erwärmen.
Auch hohe Temperaturen sollen trotz fehlender Kühlung normalerweise kein Problem sein. Allerdings gab der VW-Mann zu, das der e-up ungeeignet sei für heiße Klimazonen wie z. B. arabische Länder, da hier die Batterie-Temperatur zu hoch würde.
Der Ladewirkungsgrad wurde mit ca. 90% angegeben, was deutlich besser wäre als beim Ampera (ca. 80%). Das liegt vermutlich auch am fehlenden Thermomanagement.
VW gibt 8 Jahre / 160.000 km Garantie auf die HV-Batterie (wo das wohl herkommt ...), wobei 70% Restkapazität garantiert werden.
Technik und Bedienung des e-up machten insgesamt einen sehr durchdachten Eindruck. Hier wurde offenbar mit deutscher Gründlichkeit entwickelt. Manche der vorgestellten Features hätte ich auch gerne in meinem Ampera.
Pete
ich war kürzlich zu einem 2-stündigen Vortrag über die Technik des VW e-up. Referent war der zuständige VW-Projektleiter.
Zwei Dinge fand ich besonders bemerkenswert:
1. Steuerung der Rekuperationsstärke durch den Fahrer
Nimmt man im normalen Fahrprogramm den Fuß vom Fahrpedal, wird standardmäßig nicht rekuperiert (wie beim Ampera) sondern „gesegelt“ (also Antrieb im Leerlauf entsprechend Stellung „N“ im Ampera). Dies ist der wirkungsgrad-günstigste Modus, um die Bewegungsenergie abzubauen.
Möchte man statt Segeln rekuperieren, tippt man den Fahrhebel kurz nach links. Möchte man noch stärker rekuperieren, tippt man den Fahrhebel erneut nach links.
Zusätzlich gibt es noch die Stellung „maximale Rekuperation“, für die man den Fahrhebel nach hinten zieht. Dies soll dann dem „One Pedal“-Konzept des BMW i3 entsprechen, wodurch man zum Bremsen das Bremspedal praktisch nicht mehr braucht.
2. Hochvolt-Batterie
Man kann 90% der Kapazität der HV-Batterie direkt nutzen (Ampera ca. 64%). Der Ingenieur bezeichnete das als "konservative Auslegung", um die Batterie zu schonen. Angesichts der Ampera -Auslegung finde ich das erstaunlich.
Die Hochvolt-Batterie kommt im Gegensatz zum Ampera ohne Thermomanagement aus. Für die Batterie gibt es weder Heizung noch Kühlung. Der zulässige Bereich für die Batterie-Temperatur beträgt -30 °C bis + 55 °C.
Durch spezielle Lithiumzellen soll auch die -30 °C kalte Batterie noch ausreichend Leistung abgeben. Zu Anfang noch etwas träge, soll sich die kalte Batterie durch den dann hohen Innenwiderstand schnell erwärmen.
Auch hohe Temperaturen sollen trotz fehlender Kühlung normalerweise kein Problem sein. Allerdings gab der VW-Mann zu, das der e-up ungeeignet sei für heiße Klimazonen wie z. B. arabische Länder, da hier die Batterie-Temperatur zu hoch würde.
Der Ladewirkungsgrad wurde mit ca. 90% angegeben, was deutlich besser wäre als beim Ampera (ca. 80%). Das liegt vermutlich auch am fehlenden Thermomanagement.
VW gibt 8 Jahre / 160.000 km Garantie auf die HV-Batterie (wo das wohl herkommt ...), wobei 70% Restkapazität garantiert werden.
Technik und Bedienung des e-up machten insgesamt einen sehr durchdachten Eindruck. Hier wurde offenbar mit deutscher Gründlichkeit entwickelt. Manche der vorgestellten Features hätte ich auch gerne in meinem Ampera.
Pete