EnBW betreibt im Stuttgarter Raum Ladesäulen. Man kann sich nun einen Vertrag mit einer monatlichen Grundgebühr (knapp 10 Euro) eine RFID-Karte zukommen lassen und damit Strom tanken. Stromkosten sind natürlich zusätzlich.
Nun, für mich aus Bayern, der Gelegentlich Besuche und Urlaub in dem Großraum dort macht, macht ein Vertrag mit einer monatlichen Grundgebühr keinen Sinn. Daher habe ich mal angefragt, ob es auch eine Art "Call-by-Call"-Tarif gibt.
Hier die Antwort von EnBW:
Wie auch immer, ich finde die Antwort nicht zufriedenstellend und stellenweise auch nicht nachvollziehbar.Guten Tag Herr Dippold,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Derzeit können wir Ihnen leider kein Angebot für ein "Gelegenheits-Laden" machen. Das Angebot, sein Elektrofahrzeug an öffentlichen Ladesäulen aufzuladen, wird aktuell noch wenig in Anspruch genommen.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Anfänge des Mobilfunknetzes - erst mit der weiteren Entwicklung des Produktes gab es eine Vielfalt von Tarifen. Auch die Elektromobilität steht noch in der Entwicklung.
Die EnBW achtet bei allen Produkten so auch beim Thema E-Mobilität darauf, dass Standardprodukte von Herstellern verwendet werden. Das bedeutet, dass in den meisten Fällen das Zusammenspiel von Stecker, Ladekabel und Ladesäule aufeinander abgestimmt ist und auch funktioniert. Ausnahmen können dabei nicht immer ausgeschlossen werden.
Schade, dass wir Ihnen zurzeit nicht das passende Produkt anbieten können. Wir würden uns freuen, wenn Sie weiterhin die Entwicklung unserer Elektromobilität auf unserer Homepage verfolgen und wünschen Ihnen all zeit gute Fahrt.
Haben Sie noch Fragen? Dann rufen Sie uns einfach an. Unter der kostenfreien Servicenummer 0800 3629-730 sind wir gerne für Sie da.
Freundliche Grüße
i. A. Uxxx Bxxx
E-Mobilitätsteam der EnBW
Daher meine weitere Frage an EnBW:
Mal sehen, welche Antwort als nächstes kommt.Hallo Frau Bxxx,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Nun, das eine und andere an Ihrer Argumentation kann ich nicht so richtig nachvollziehen.
Sie schreiben, daß das Angebot der öffentlichen Ladesäulen aktuell noch zu wenig in Anspruch genommen wird.
Wenn Sie "Gelegenheits-Lader" von vornherein ausschließen, verlieren Sie einerseits diese Zielgruppe - und schrecken auch gleichzeitig noch diejenigen ab, die das erstmal ausprobieren möchten. Ich würde behaupten, daß sich auf diese Art die Nachfrage nach dem Lade-Angebot mittelfristig nicht so deutlich steigert.
Desweiteren greife ich Ihren Vergleich mit den Mobilfunktarifen weiter auf:
Hier gibt es seit vielen Jahren bereits PrePaid-Tarife. Bei kabelgebundener Telefonie gibt es das Call-by-Call, was nichts anderes ist, was ich mir auch von den Ladesäulen-Tarifen wünsche.
Was spricht dagegen, jetzt schon einen solchen Tarif einzuführen? Ich habe nichts dagegen, eine einmalige Gebühr für die Kodierung und Zusendung der RFID-Karte zu zahlen (ähnlich wie bei EC-Karten von Kreditinstituten - und selbst hier ist das zum Teil sogar kostenfrei).
Als nächstes zur Technik der Ladesäulen:
Das Ladekabel ist an das Fahrzeug angepaßt, weil dieses in aller Regel vom Fahrzeughersteller mitgeliefert wird.
Die "Landseite", so nennen ich es mal, ist bei den Steckern vergleichsweise überschaubar. Eine Ladesäule sollte zumindest mit den derzeit vorkommenden Steckertypen umgehen können.
Ich persönlich bevorzuge Schuko oder CEE, weil - und auch gerade deshalb - das Zusammenspiel von Ladesäule mit eingebauter Intelligenz und Fahrzeug zu oft nicht funktioniert. Diesen schwarzen Peter schiebe ich den Ladesäulenherstellern zu.
Wenn ich lesen muß, daß eine Ladesäule ein dickeres Kabel verlangt, weil diese 32A abgibt (und nicht auf 16A runterschaltet), und deshalb den Ladevorgang nicht startet, obwohl das Fahrzeug gar nicht mehr als 16A benötigt, dann taugt die Ladesäule nichts. Würde das zu Hause auch so funktionieren, müßten in einer Wohnung unterschiedliche Steckdosen für Toaster, Staubsauger und Handy-Ladegeräte verbaut sein.
Oder die Ladesäulen, die nur mit einem noch teureren Spezialkabel bzw. Adapter des Ladesäulen-Herstellers zu verwenden sind, sind auch ein Unding.
Oder solche Ladesäulen, die glauben, es besonders schlau zu machen, und den Ladevorgang nicht starten, weil sich das Fahrzeug nicht sofort und gleich meldet, sondern eben 1-3 Sekunden benötigt. Schon selbst miterlebt: Stecker in Ladesäule rein, danach in das Fahrzeug, Ladesäule weigert sich. Also erst Stecker ins Fahrzeug, dann in die Ladesäule - was immerhin eine Erfolgsquote von 50% erbrachte.
Das ist alles untauglich.
Daher: Die Ladesäulen sollen einfach nur Strom liefern - und zwar in der Stärke, wie es das Fahrzeug anfordert.
Ich denke, wenn Sie es anders machen, machen Sie es nicht richtig, weil Sie einen Großteil der potentiellen Kunden erst gar nicht gewinnen - oder bereits gewonnene Kunden sogar wieder verschrecken.
Vielleicht höre ich ja bald von Ihnen, daß es einen solchen Call-by-Call-Tarif gibt. Wenn dann der Strompreis (Abrechnung auf jeden Fall auch nach kWh) nicht völlig überzogen ist, dann können Sie mich als Kunden gewinnen.
(Die Stadwerke Forchheim verlangen pro 30 Minuten Laden im Parkhaus 1 Euro - zusätzlich zu den Parkgebühren. Wenn man nur ein Ladekabel mit 8A hat, ist das ein ziemlich teures Vergnügen. Ich habe das nur einmal ausprobiert und verzichte dankend bis auf weiteres, weil auch mit meinem 16A-Kabel, welches ich damals nicht dabei hatte, das sehr grenzwertig ist.)
Mit freundlichen Grüßen
Gruß
Markus
