Neue Verbrauchswerte

... alles, was zum Thema Ampera gehört, aber nicht in die anderen Foren passt
priusb78

Re: Neue Verbrauchswerte

Beitrag von priusb78 »

Gestern bin ich mit dem Opel Ampera knapp 1.000 km Autobahn von Erlangen nach Wolfsburg und wieder zurück gefahren.
Bei dieser Strecke an einem Tag wählte man doch die "eher schnellere Fahrweise", d.h. wo kein Tempolimit ca. 160 km/h.
Ich wollte ja auch ausprobieren, was der Ampera bei zügiger Fahrweise verbraucht.

Die Daten:

Gesamtstrecke „Generatorbetrieb“: 969 km

Verbrauch (im Generatorbetrieb / Akku leer):

Laut Displayanzeige: 86,13 Liter (Durchschnittsverbrauch: 8,6 l/100 km*)
* müssten rechnerisch eigentlich 8,9 l/100 km sein

Laut Tankabrechnungen: 85,55 Liter (Durchschnittsverbr.: 8,8 l/100 km)


Was fiel auf?

Sehr angenehmes Fahren im Elektrobetrieb (leise, dynamisch, sehr angenehm auch für Mitfahrer)

Im Generatorbetrieb läuft der Verbrennungsmotor in unterschiedlichen Drehzahlbereichen, von "leise und unaufdringlich" bis "recht laut" (ähnlich Prius).
Fällt besonders (negativ) auf, bei leerem Akku und Fahrt in der Stadt mit geringer Geschwindigkeit.

Für mich überraschend: Im Generatorbetrieb wird der Akku nicht aufgeladen, Anzeige bleibt auf "leer", einzig beim Rekuperieren wird etwas Energie zurückgespeist.

Autobahnfahrt: angenehm bis ca. 140 km /h, danach wird die Geräuschkulisse aus Motor und v.a. Windgeräuschen recht laut
(bei Bergauffahrt hört man auch ein Drehzahlabhängiges (Lüfter? Pumpen?)-Geräusch aus dem Kofferraum

Zwei negative Erlebnisse hatte ich auch:
Bei zügiger Bergfahrt (Kassel, Rhön) versuchte ich bei 140 km/h nochmal zu beschleunigen. Kurz wurde das Auto auch schneller, dann aber war plötzlich die Leistung weg, das Auto wurde deutlich spürbar langsamer und die Meldung "reduzierte Motorleistung" erschien im Display. Nach ein paar Kilometern "Erholungsfahrt" bei ca. 100-120 km/h verschwand die Meldung und das Auto beschleunigte wieder normal.
Das Gleiche geschah ca. 30 km später ein 2. Mal.

Reichweite: im Generatorbetrieb musste ich auf der Strecke 3 Mal tanken > Tank zu klein, Reichweite mit ca. 350km zu gering für lange Strecken-

Licht extrem schlecht (zumindest bei diesem Fahrzeug: Lichtkegel reicht nur ca. 20 m > zu niedrig eingestellt?)

Klimatisierung/Lüftung: bei Außentemperaturen von -2 bis +8 Grad, Nebel, manchmal Sonne konnte kein Gleichgewicht in der Klimatisierung erreicht werden; im Modus „Auto“ beschlagen nach einiger Zeit wieder Front- und Heckscheibe, Abhilfe schafft nur elektrische Heckscheibe und manuelles Aktivieren der Frontscheibenbelüftung


Elektrisches Laden:
Beim Autokonzern in Wolfsburg gab es keine Lademöglichkeit.
Bei mir daheim funktionierte das Wiederaufladen an der 230V/16A-Garagensteckdose nicht; am Inline-Modul des Ladekabels leuchteten für ca. 3 sek. die beiden grünen LEDs, danach die roten, dann löste der FI-Schutzschalter im Zählerschrank aus; 3 Versuche erfolglos, vermutlich zu hoher Leckstrom. Die Garageninstallation wurde 2010 mit Doppeltarifzähler und 400V-Drehstromanschluss fürs Laden von E-Fahrzeugen ausgeführt. Bei verschiedenen anderen Fahrzeugen (Volvo C30e, eSmart, i-MiEV u.a.) war bisher das Laden immer problemlos möglich.


Fazit: sehr gefälliges Auto mit ansprechendem Design; gut geeignet für kurze bis mittlere Strecken; für lange Autobahnfahrten eher ungeeignet (im Vergleich zu einem modernem Diesel-Fahrzeug); auch in der e-Pioneer-Ausstattung des Testwagens für rund 48.000 Euro allerdings viel zu teuer.

Gruß Thorsten
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Tachy
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Re: Neue Verbrauchswerte

Beitrag von Tachy »

Hallo Thorsten,

wie ich schon im Prius-Forum geschrieben habe: Man kann jedes Auto mit 160 auf der Autobahn treten und über 8 Liter verbrauchen -> keine Kunst :)

Mein Argument ist immer noch dieses, dass es auf den Benzinverbrauch über das Jahr ankommt, und der ist mit den hohen elektrischen (Solar)Strom-Anteilen weniger als gering.

Der Ampera ist nicht dafür gebaut, an jedem Tag über 500 km damit zu fahren. Wenn das Tempolimit 120 auf Autobahnen kommt, wird man erst gar nicht mehr die Gelegenheit haben, so draufzudappen, dass der Range-Extender nicht mehr nachkommt und man in den Modus "reduzierte Motorleistung" kommt. Das muss man im Normalbetrieb erstmal schaffen :)

Mich würde mal interessieren, was die Verbrauchsanzeige des Prius mit konstant 160 auf der Autobahn sagt.

Bei meiner letzten Urlaubsfahrt mit dem A4 von Kiel nach Freiburg standen auch 8,7 Liter Diesel(!) pro 100 km auf der Verbrauchsanzeige, weil ich einfach zwischendrin auch mal schneller fuhr. Aber braucht man das wirklich? ich nicht.


Viele Grüße,

Johannes
priusb78

Re: Neue Verbrauchswerte

Beitrag von priusb78 »

Hallo Johannes,
da gebe ich Dir absolut recht, dass man mit einem Hybrid / EREV nicht jeden Tag mit 160 km/h über die Autobahn fährt, aber ich wollte ja gezielt testen, wie der Ampera sich dabei verhält.

Zur Info: Mein Prius II, Bj. 2005, braucht bei der gleichen Fahrweise und Strecke (Nürnberg - Wolfsburg) mit Temponat 160 km/h wo möglich laut BC 6, 8 Liter / 100 km, real laut Tankrechnung 7,0 Liter.

Die Situationen, in denen ich in die "reduzierte Motorleistung" kam, halte ich nicht für so ungewöhnlich. Mit meinem Prius kann ich problemlos bei 140 km/h am Berg beschleunigen... - allerdings auch nur ca. 2-3 Mal, dann ist der Akku auf SOC unter 40% und "der Saft geht aus"!

Gruß Thorsten
Tachy
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Re: Neue Verbrauchswerte

Beitrag von Tachy »

BTW: Die 31,5 km rein elektrische Reichweite, die der BC da anzeigt,....hast Du die auch noch auf der Autobahn mit 160 km/h durchgenudelt? :)
priusb78

Re: Neue Verbrauchswerte

Beitrag von priusb78 »

was heisst "durchgenudelt"???

Ansonsten: nein, die 31 km gingen schon vorher im Stadtbereich drauf.
Tachy
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Re: Neue Verbrauchswerte

Beitrag von Tachy »

priusb78 hat geschrieben:was heisst "durchgenudelt"???
;-)

Naja, mit 160 auf der Autoahn müsste das mit 31,5 km rein elektrischer Reichweite auch hinkommen.
xxxx

Re: Neue Verbrauchswerte

Beitrag von xxxx »

priusb78 hat geschrieben:Gestern bin ich mit dem Opel Ampera knapp 1.000 km Autobahn von Erlangen nach Wolfsburg und wieder zurück gefahren.
Bei dieser Strecke an einem Tag wählte man doch die "eher schnellere Fahrweise", d.h. wo kein Tempolimit ca. 160 km/h.
Ich wollte ja auch ausprobieren, was der Ampera bei zügiger Fahrweise verbraucht.

Die Daten:

Gesamtstrecke „Generatorbetrieb“: 969 km

Verbrauch (im Generatorbetrieb / Akku leer):

Laut Displayanzeige: 86,13 Liter (Durchschnittsverbrauch: 8,6 l/100 km*)
* müssten rechnerisch eigentlich 8,9 l/100 km sein

Laut Tankabrechnungen: 85,55 Liter (Durchschnittsverbr.: 8,8 l/100 km)


Was fiel auf?

Sehr angenehmes Fahren im Elektrobetrieb (leise, dynamisch, sehr angenehm auch für Mitfahrer)

Im Generatorbetrieb läuft der Verbrennungsmotor in unterschiedlichen Drehzahlbereichen, von "leise und unaufdringlich" bis "recht laut" (ähnlich Prius).
Fällt besonders (negativ) auf, bei leerem Akku und Fahrt in der Stadt mit geringer Geschwindigkeit.

Für mich überraschend: Im Generatorbetrieb wird der Akku nicht aufgeladen, Anzeige bleibt auf "leer", einzig beim Rekuperieren wird etwas Energie zurückgespeist.

Autobahnfahrt: angenehm bis ca. 140 km /h, danach wird die Geräuschkulisse aus Motor und v.a. Windgeräuschen recht laut
(bei Bergauffahrt hört man auch ein Drehzahlabhängiges (Lüfter? Pumpen?)-Geräusch aus dem Kofferraum

Zwei negative Erlebnisse hatte ich auch:
Bei zügiger Bergfahrt (Kassel, Rhön) versuchte ich bei 140 km/h nochmal zu beschleunigen. Kurz wurde das Auto auch schneller, dann aber war plötzlich die Leistung weg, das Auto wurde deutlich spürbar langsamer und die Meldung "reduzierte Motorleistung" erschien im Display. Nach ein paar Kilometern "Erholungsfahrt" bei ca. 100-120 km/h verschwand die Meldung und das Auto beschleunigte wieder normal.
Das Gleiche geschah ca. 30 km später ein 2. Mal.

Reichweite: im Generatorbetrieb musste ich auf der Strecke 3 Mal tanken > Tank zu klein, Reichweite mit ca. 350km zu gering für lange Strecken-

Licht extrem schlecht (zumindest bei diesem Fahrzeug: Lichtkegel reicht nur ca. 20 m > zu niedrig eingestellt?)

Klimatisierung/Lüftung: bei Außentemperaturen von -2 bis +8 Grad, Nebel, manchmal Sonne konnte kein Gleichgewicht in der Klimatisierung erreicht werden; im Modus „Auto“ beschlagen nach einiger Zeit wieder Front- und Heckscheibe, Abhilfe schafft nur elektrische Heckscheibe und manuelles Aktivieren der Frontscheibenbelüftung


Elektrisches Laden:
Beim Autokonzern in Wolfsburg gab es keine Lademöglichkeit.
Bei mir daheim funktionierte das Wiederaufladen an der 230V/16A-Garagensteckdose nicht; am Inline-Modul des Ladekabels leuchteten für ca. 3 sek. die beiden grünen LEDs, danach die roten, dann löste der FI-Schutzschalter im Zählerschrank aus; 3 Versuche erfolglos, vermutlich zu hoher Leckstrom. Die Garageninstallation wurde 2010 mit Doppeltarifzähler und 400V-Drehstromanschluss fürs Laden von E-Fahrzeugen ausgeführt. Bei verschiedenen anderen Fahrzeugen (Volvo C30e, eSmart, i-MiEV u.a.) war bisher das Laden immer problemlos möglich.


Fazit: sehr gefälliges Auto mit ansprechendem Design; gut geeignet für kurze bis mittlere Strecken; für lange Autobahnfahrten eher ungeeignet (im Vergleich zu einem modernem Diesel-Fahrzeug); auch in der e-Pioneer-Ausstattung des Testwagens für rund 48.000 Euro allerdings viel zu teuer.

Gruß Thorsten
Danke für diesen Test..darauf hatte ich gewartet mal ein Test unter "extrem" Bedingungen.:-)
Komme mir jetz nicht mehr sooo dumm vor weil ich auch geglaubt hatte der Motor läd...

Außerdem stellt sich für mich jetzt die Frage:
wenn die Ampera im Hold Modus(vollen AKKU) betrieben auf der Autobahn wie Thorsten beschrieben unterwegs ist ,
hätte er dann auch die " reduzierte Motorleistung" `? --nur eben andauernd--
eigentlich ja, weil ja keine Energie aus dem Akku entnommen würde, wenn man Hold Modus wörtlich nimmt.
Tachy
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Re: Neue Verbrauchswerte

Beitrag von Tachy »

Der große Vorteil des Ampera ist nicht beim Vergleich des Benzinverbrauchs im Range-Extender-Modus mit einem Parallelhybrid wie dem RX oder dem Prius zu suchen. Hier spielt der Ampera keinen Vorteil aus, obwohl man im Stadtverkehr ebenso wie beim Parallelhybrid auf nur leicht erhöhte Werte kommen wird. Das Verbrauchsprofil ist im RE-Modus im Grunde genommen ähnlich wie beim Parallelhybrid, vielleicht etwas höher, jedoch in der Stadt und auf Landstraßen besser als beim klassischen Verbrenner.

Nein, der Ampera bietet einen anderen, viel wichtigeren Vorteil: Man kann ihn mit eigenem Strom zuhause aufladen und ihn auf den ersten 60-80 km rein elektrisch fahren. Das macht es erstmals möglich, dass man ihn zuhause oder bei der Arbeit an eine Photovoltaikanlage hängt und die Eigenverbrauchsregelung für Photovoltaikanlagen richtig ausnutzt.

Erstmalig kann der Bürger selbst entscheiden, wo seine Energie zum Autofahren herkommt und ist nun nicht mehr vom Öl oder Gas abhängig. Mehr noch: Er kann seinen selbst erzeugten Strom verwenden.

Alleine dieses Argument stellt einen klaren Vorteil gegenüber Autos wie dem (normalen) Prius klar, die weiterhin vom ersten Kilometer an Sprit verbrauchen, wenn auch etwas weniger als ein klassischer Verbrenner.
Joachim
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Re: Neue Verbrauchswerte

Beitrag von Joachim »

priusb78 hat geschrieben:… Fazit: sehr gefälliges Auto mit ansprechendem Design; gut geeignet für kurze bis mittlere Strecken; für lange Autobahnfahrten eher ungeeignet (im Vergleich zu einem modernem Diesel-Fahrzeug); auch in der e-Pioneer-Ausstattung des Testwagens für rund 48.000 Euro allerdings viel zu teuer.

Gruß Thorsten
Das gleiche Fazit gilt ja auch für Hybrid-Fahrzeuge, wie den Prius.

Zum Kaufpreis:
Du wirst dich wundern, was der neue Prius Plug-In kosten wird (ca. 37.000 €). Und der hat nur 10 - 20 km elektrische Reichweite, gegenüber 40 - 80 km beim Ampera.

Auch wird beim Ampera immer wieder vergessen, die geringeren Energiekosten dem Verkaufspreis gegenüberzustellen!

Es wird natürlich jedem Ampera-Fahrer klar sein, dass der hohe Kaufpreis nicht komplett durch die geringeren Energiekosten kompensiert werden kann.

Eigenartigerweise spricht kein Mensch bei einem Q7, X5, M-Klasse … davon, dass das Auto viel zu teuer ist, obwohl deren Kaufpreis höher ist.
Nur beim Ampera. Weil der von Opel ist, oder keinen V8-Motor hat, oder warum?
Tachy
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Re: Neue Verbrauchswerte

Beitrag von Tachy »

Joachim hat geschrieben: Eigenartigerweise spricht kein Mensch bei einem Q7, X5, M-Klasse … davon, dass das Auto viel zu teuer ist, obwohl deren Kaufpreis höher ist.
Nur beim Ampera. Weil der von Opel ist, oder keinen V8-Motor hat, oder warum?
Das ist ein sehr wichtiger Punkt, den ich auch öfters anspreche:

Für mich liegt der Mehrwert des Ampera in der Unabhängigkeit von fossilen Energiequellen, dem leisen Antrieb und dem absolut neuen Fahrgefühl. Nie würde ich das gegen ein viel teureres Auto der Oberklasse eintauschen wollen, auch wenn ich es geschenkt bekommen würde.
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