Habe gerade einen Greenpeace Podcast Beitrag entdeckt der das Thema E-Auto und "grünen" Strom ein wenig beleuchtet.
Fand das Interview ganz interessant und möchte es euch natürlich nicht vorenthalten:
Ich traue mir nicht zu die Studie kompetent zu widerlegen, man müßte sich die Studie genauer ansehen. Aber auch ich bin kritisch. Ist wirklich alles berücksichtigt. Alle kosten der Ölförderung, der Raffinierung,Transport und Verteilung, der Betrieb tausender Tankstellen, der Umweltgefährdungen von Tankerhavarien, das Abflammen großer Gasblasen die oberhalb der Ölfelder sitzen, die Kosten für Kriege um strategische Ölreserven zu sichern, die realen Verbräuche von Autos mit Verbrennungsmotoren. Ist die Lärmverschmutzung mit eingeflossen, oder die gesundheitlichen Vorteile in Ballungsräumen/ Stadtinneren emmisionslos/arm zu fahren. Bei einem E-Auto muß kein Ölwechsel durchgefüht werden.
Die Studie kann meiner Meihnung nach auch nur eine Momentaufnahme für das Jahr 2010 sein, zu groß sind die technischen Entwicklungsfortschritte im Batteriebereich, sowohl bei Fertigung, als auch Recycling.
Was mich ärgerlich macht ist allerdings die widerholte Heranziehung des länderspezifischen Strommixes.
Glaubt man den wirklich, das ein Europäer einen Mehrpreis von 10 bis 15 tausend Euro für ein E Auto zahlt um dann widerum Geld zu sparen um biligeren Kohle/Atom/Gasstrom zu tanken. Ich gehe davon aus das 90% die sich einen Ampera/Volt kaufen, auch Ökostrom laden. Bei einem Bezinauto kann ich kein Ökosuper tanken, bei meinem Volt tanke ich Solarstrom.
Nun kommt die Frage: Wenn es stimmt,das Dieselauofahren der Umwelt weniger schadet als ein E Auto, würde ich mir dann keinen Ampera/Volt kaufen?
Ich kann für mich persöhnlich sagen: Ich kaufe/fahre den Ampera/Volt trotzdem.
Machen wir uns nichts vor: Es ist nahezu ausgeschlossen das Weltklima vor der Erwärmung zu retten. Selbst wenn in 10 Jahren ganz Europa elektrisch fährt, wird es für 150 bis 300 Millionen Chinesen in diesen 10 Jahren keinen größeren Traum geben als einen Hummer, einem Cheyenne oder einer S-Klasse zu besitzen Es wird bei den allermeisten Chinesen zwar kein Mercedes, aber ein Auto mit 7 bis 8 Liter Verbrauch. Ebenso bei den 200 Millionen Indern, x Millionen Indonesiern, Brasillianern etc.
E Mobilität ist für mich nicht nur reiner Umweltschutz. Ich möchte nicht in 30 Jahren um eine Ölzuteilung betteln , ich möchte größtmögliche Unabhängigkeit von einem der wichtigsten Rohstoffe der kommenden Jahrzehnte. Produktionsprozesse kann man optimieren. Wir stehen am Anfang mit der E Mobilität, da ist noch viel Raum für Verbesserungspotenzial im Gegensatz zum Verbrennungsauto. Für mich ist ein E Auto ( Volt) ein tolles Konzept und ich freue mich sehr bald einen zu besitzen, dennoch bin ich damit kein Gutmensch und die Welt werde ich damit auch nicht retten können.
Gruß Thomas
tombalrog hat geschrieben:Ich möchte nicht in 30 Jahren um eine Ölzuteilung betteln , ich möchte größtmögliche Unabhängigkeit von einem der wichtigsten Rohstoffe der kommenden Jahrzehnte.
Gruß Thomas
Hallo Thomas
Kann deine Gedankengängen im Großen und Ganzen zustimmen, möchte aber noch hinzu fügen, dass es wie bessere Verwendung für Öl gibt als ihn im Motor zu verbrennen. Wenn man man überlegt wo überall Öl drin steckt, sind wir weit mehr davon abhängig als nur durch den Kraftstoff im Auto. Die unzähligen Kunststoffe, für Verpackung und andere Produkte, fast überall ist Öl mit im Spiel. Was wird daraus wenn das Öl weiterhin im Auto verbrannt wird. Mal ganz abgesehen davon, dass auch geringe Mengen an Ölbestandteilen in Medikamenten enthalten sind....
tombalrog hat geschrieben:Ich möchte nicht in 30 Jahren um eine Ölzuteilung betteln , ich möchte größtmögliche Unabhängigkeit von einem der wichtigsten Rohstoffe der kommenden Jahrzehnte.
Gruß Thomas
Hallo Thomas
Kann deine Gedankengängen im Großen und Ganzen zustimmen, möchte aber noch hinzu fügen, dass es wie bessere Verwendung für Öl gibt als ihn im Motor zu verbrennen. Wenn man man überlegt wo überall Öl drin steckt, sind wir weit mehr davon abhängig als nur durch den Kraftstoff im Auto. Die unzähligen Kunststoffe, für Verpackung und andere Produkte, fast überall ist Öl mit im Spiel. Was wird daraus wenn das Öl weiterhin im Auto verbrannt wird. Mal ganz abgesehen davon, dass auch geringe Mengen an Ölbestandteilen in Medikamenten enthalten sind....
Gruß Chris
Natürlich Chris besteht unser Alltag aus einer großen Anzahl von ölbasierten Produkten. Es ist ja auch nicht so, daß in 30-50 Jahren in der Tageschau ( dann eher auf Facebook) die Meldung kommt: Ab jetzt gibt es kein Öl mehr. Öl wird noch sehr lange vorhanden sein, nur nicht mehr zum verfahren oder zum verheizen. Es gibt riesige Lagerstätten von Ölsanden und Schiefern und hunderte bekannte, aber noch nicht angebohrte Ölfelder. Die kommen aber erst ins Spiel wenn der Ölpreis bei 300 oder 500 Dollar steht, vorher lohnt sich die Förderung nicht. Als Übergangslösung finde ich das Amperakonzept ja deshalb auch so genial, da man auf einen Schlag den Benzinverbrauch um 70 bis 80 % senken kann ( wenn man der GmM Info Glauben schenken darf, das 80% aller täglichen Autofahrten nicht weiter als 60 km gehen. Wenn dann noch die Einsicht beim Verbraucher kommt, das eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h ausreichen würde, könnte man die Verbräuche des RE durch Verkleinerung und Optimierung nochmals locker halbieren und dann wäre auch die Urlaubsfahrt in 20 Jahren bei einem viel, viel höheren Spritpreis noch finanziell verkraftbar.
Gruß Thomas
Chris hat geschrieben:
Wenn man man überlegt wo überall Öl drin steckt, sind wir weit mehr davon abhängig als nur durch den Kraftstoff im Auto. Die unzähligen Kunststoffe, für Verpackung und andere Produkte, fast überall ist Öl mit im Spiel. Was wird daraus wenn das Öl weiterhin im Auto verbrannt wird. Mal ganz abgesehen davon, dass auch geringe Mengen an Ölbestandteilen in Medikamenten enthalten sind....
Nahrungsmittel hast du vergessen. Ein Teil der verwendeten Aromen werden auch aus Rohöl gewonnen.
Martin hat geschrieben:Ohne worte in welchem Maß hier die Bevölkerung verdummt wird.
Hier mal etwas was die oben aufgeführte Studie wiederlegt bzw. entkräftet. http://www.greengear.de/oekobilanz-lith ... obilitaet/
....
Ich habe jetzt immer wieder in Diskussionen mit der Batterie-Umweltschädlichkeit zu tun, das hält sich bedenklich stark in den Köpfen der Kritiker. Daher hier nocheinmal der Link zum Artikel mit der Ökobilanz, sowie zum Weiterschicken anbei diese Medienmitteilung als pdf. Ich habe auch den Fachartikel dazugegeben ... http://www.empa.ch/plugin/template/empa/3/99073/---/l=1
"UMBReLA - Umweltbilanzen Elektromobilität" ist ein Forschungsprojekt des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU), gefördert durch das Bundesumweltministerium (BMU).
Auf dieser Website finden Sie:
- die Projektergebnisse
- einen interaktiven Umweltrechner, mit dem Sie die Umweltbilanz Ihrer persönlichen Fahrzeugnutzung ermitteln können
- Erläuterungen zu den verschiedenen elektrischen Fahrzeugtypen
- einen Überblick über den Lebensweg der Fahrzeuge
- eine Übersicht der Förderprojekte des BMU, aus denen Daten in UMBReLA eingeflossen sind
@tombalrog: Diese Studie ist der größte Blödsinn, den ich je gelesen habe.
Da braucht man sich nur die Balkengrafik anzuschauen. Warum ist beim Elektrofahrzeug beim Auspuff ein Balken? Hallo? Für wie Dumm halten die die Leute eigentlich?
Und das aus einem Diesel weniger umweltbelastende Abgase herausströmen als bei einem Benziner ist ja ohnehin schlichtweg falsch!
Dass die Herstellung eines Akkus so viel Umweltschaden anrichten soll ist durch nichts belegt. Wird dafür ebenfalls regenerativer Strom eingesetzt sollte der Balken deutlich kürzer sein. Insbesondere wenn keine seltener Erden eingesetzt werden, wie es bei Li-Akkus der Fall ist und zurückgewonnene Rohstoffe aus Altfahrzeugen verwendet werden, wäre der Umweltanteil des Akkus nahe Null.
Und nun das Schmäckerchen:
... darum gibt es auch keine elektrischen Bakterien.
Keine Ahnung was der geraucht hat, aber legal ist das sicher nicht.
Priusfan hat geschrieben:@tombalrog: Diese Studie ist der größte Blödsinn, den ich je gelesen habe.
Da braucht man sich nur die Balkengrafik anzuschauen. Warum ist beim Elektrofahrzeug beim Auspuff ein Balken? Hallo? Für wie Dumm halten die die Leute eigentlich?
...
Also "Blödsinn" würde ich jetzt nicht sagen, die arbeiten einfach mit verschiedenen Bewertungen und Faktoren. Sie sagen auch sehr deutlich, das vieles vom eingesetzten Strommix abhängt (sie rechnen u.a. mit dem offenbar für Schweiz typischen "electricity mix ecoinvent" mit 44% Atomstrom-Anteil ...) bzw. wie Lebensdauer und Recycling der Lithiumbatterien berücksichtigt werden müssen (wo es jetzt auch noch keine Erfahrungs- oder Durchschnittswerte gibt sondern nur Annahmen ...).
Traurig ist nur, das die Publikation in der Zeitung dann das (für uns) Horrorszenario veröffentlicht und (wie immer) durch Weglassen anderer Aspekte in der Studie ein falsches Bild entsteht. Das "brennt" sich aber dauerhaft in den Köpfen ein ...
PS: Was in keiner Studie vorhanden, weil nicht evaluierbar - Chronische Krankheiten/Krebs durch Abgase/Lärm ...